Das Wetter ist jetzt heiter.

Der Wind nimmt mich mit.

In meiner Hand halte ich den Pfeil.

Ich begebe mich auf die Spuren derer, die gegangen sind.

Ich spreche mit jenen, die aufbrachen, mit jenen im Unendlichen.“

(Schamanen-Gesang der Selk´nam)

 
 
Auszug aus der Email Fortsetzungserzählung "Ein Jahr am Ende der Welt":

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(meinem Dad gewidmet)

 

„(…) Vor uns schon die Berge, Ausläufer der Anden, schneebedeckt. Gleich werde ich Ushuaia zum ersten Mal sehen - aus der Vogelperspektive. Wie ein Kondor kreist mein Flugzeug nun über den feuerländischen Inseln. Ich genieße den Ausblick auf eine spektakuläre Landschaft aus Meer, Wald und Felsen bis ich schließlich auch Ushuaia in der Ferne erspähe.

Wir beginnen mit dem Landeanflug. Kurz bevor wir aufsetzen sehe ich endlich auch den Hafen Ushuaias, sehe die Segelboote, die vor der Stadt vor Anker liegen. Meine Aufregung schlägt in Begeisterung um. Ich bin am Ende der Welt angekommen.“  (aus dem Vorwort)

 

„Die kleine, reizvolle Ansiedlung Ushuaia liegt nun zu meinen Füβen; ich fliege sehr niedrig, fast die Dächer berührend und drehe ein paar Ehrenrunden. Viele Einwohner befinden sich auf den Straβen und jubeln uns herzlich zu. Die sympathische Frau des Gouverneurs grüβt uns mit einem Blumenstrauβ in der Hand. Einen Augenblick später setzen unsere  Schwimmkörper leicht im Wasser auf. (…) Heute war der herrlichste Tag meines Lebens!“

 

Kapitän Gunther Plüschow beschreibt so die Ankunft mit seinem Wasserflugzeug in Ushuaia am 3. Dezember 1928, und damit die erste Landung eines Flugzeugs am Ende der Welt überhaupt.   

 

Direkt hinter dem Yachtclub Ushuaias befindet sich mit einem eigenen kleinen Flugfeld der Fliegerclub. Das Fliegen auf Feuerland hat Tradition und gerade um diese Zeit des Jahres gedenkt man einem seiner Pioniere, dem Münchner Gunther Plüschow.

 

Bis zu seiner Ankunft auf Feuerland hatte Plüschow schon so einiges erlebt:

 

Geboren 1886 träumte er früh von Abenteuern in fremden Ländern. In der deutschen Armee ausgebildet zum Piloten, wurde er im Ersten Weltkrieg mit seiner Einheit nach China verlegt und wurde dort zum „Helden von Tsingtau“, einer deutschen Kolonie, geriet später aber in Gefangenschaft.

 

Als einzigem deutschem Offizier des Ersten Weltkriegs gelang ihm die Flucht aus einem britischen Gefangenenlager. Verkleidet als Tagelöhner gelangte er nach London, von wo aus er sich unter anderem als blinder Passagier auf einem niederländischen Dampfer bis nach Deutschland durchschlug. Bis zum Ende des Krieges war Plüschow dann als Ausbilder der Seefliegerstaffeln der Marine an der Ostsee tätig.

 

Im Oktober 1927 brach er von der Hafenstadt Büsum in einem kleinen Schoner, den er “Feuerland“ getauft hatte, nach Patagonien auf. Nach einem Jahr einer gefährlichen und harten Reise, auf der er unter anderem Eingeborenenstämme am Amazonas besucht und gefilmt hatte, erreichte er schlieβlich den Magellankanal - und machte sich ab diesem Zeitpunkt zum unermüdlichen Forscher, Fotografen und Dokumentarfilmer des patagonischen Süden. 

 

Ende November 1928 baute er mit seinem Freund, dem Mechaniker Ernst Dreblow im chilenischen Punta Arenas sein Wasserflugzeug, eine Heinkel HD 24, das er in Einzelteilen mitgebracht hatte, zusammen.




Am 3. Dezember landete er in Ushuaia, mit im Gepäck: die erste Flugpost, die am Ende der Welt ankam. Während des Fluges filmte er und so entstanden die ersten Bilder vom kleinen Städtchen und fantastische Aufnahmen von den Darwinkordilleren aus der Vogelperspektive.

 

Man kann die Leistung Plüschows gar nicht genug bewundern. Es gab damals noch keinerlei Informationen zum Gebiet, keine Flughäfen mit Landebahnen, keinen Funk, natürlich kein GPS und nur ganz mangelhaften Treibstoff. Für Ushuaia selbst bedeutete sein tollkühnes Unternehmen den Schritt aus der Isolation und den Beginn einer wirtschaftlichen Entwicklung.

 

1929 kehrte Plüschow nach Deutschland zurück, um in einem Buch und einem Film, beide mit dem Titel „Silberkondor über Feuerland“ von seinem Abenteuer zu erzählen.

 

Lange hielt er es jedoch nicht zu Hause aus, schon ein Jahr später kehrte er nach Patagonien zurück und nahm dort seine riskanten Flüge und Dokumentationsarbeiten wieder auf.

 

Am 25. Jänner 1931 wurden Plüschow und sein Co-Pilot Dreblow in der Luft von einer Böe überrascht und mussten in unwegsamen Gelände mitten in den Bergen notlanden. Über mehrere Tage hinweg versuchten sie das Flugzeug wieder flott zu bekommen. 

 

Das später gefundene Tagebuch Plüschows gibt Zeuge von der verzweifelten Situation in der sich die beiden befanden. Es war die ganze Zeit über eisig kalt und sie hatten auch keine Nahrungsmittel mehr zur Verfügung. Der letzte Eintrag im Tagebuch am 28. Jänner besagt denn auch, dass sie um 11 Uhr einen weiteren Versuch unternehmen würden, das Flugzeug zu starten und von diesem Ort wegzukommen. 

 

Tatsächlich gelang ihnen das Abheben, aber sie sollten es nicht mehr nach Hause schaffen. Ihr Flugzeug stürzte über dem Lago Rico, 70km von Calafate entfernt ab, Plüschow und Dreblow kamen dabei ums Leben.

 

Schon als junger Mann hatte Plüschow sich fest vorgenommen: „Ich will der erste Mensch sein, der über Patagonien fliegt und seine Schönheit fotografiert und filmt, um sie auf der ganzen Welt bekannt zu machen.“  

Und er war ein Abenteurer, der seine Träume lebte…"

Fundstücke zu Plüschow mit Auszügen aus seinen Filmen!!!
-> unter diesem Link und s. Youtube-Videos:http://webpages.charter.net/ralphcooper/ 

 
 
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Copy of a sculpture at the ancient Agora of Athens (Temple to 12 Gods, 5th c. B.C.)
A disfrutar a ... Rainer Maria Rilke ...  zum Genießen
orpheus.eurydice-hermes_rainer_maria_rilke.pdf
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Imagen
(c) http://www.jonasburgert.de
 
 
 
 
Oskar Kokoschka im Selbstporträt 1966 - absolut sehenswert:
 
 
Der Schlaflose multipliziert die Ereignisse.
(Hans Arndt)

Ein neues, in der Tat sehr ereignisreiches Kapitel der Email Fortsetzungserzählung "Ein Jahr am Ende der Welt" ist soeben erschienen - passend zur Saison mit den entsprechenden Frühlingsgefühlen!

Hier kurze Auszüge:

"Ich schwebte jetzt geradezu in die Schule (was eventuell auch daran lag, dass man sich nach langer Zeit wieder ohne schwere Bergschuhe fortbewegen konnte). Dass ich zu der Zeit keinen Unfall hatte, habe ich wahrscheinlich nur einem besonderen Schutzgeist zu verdanken, der Berauschte wie Kleinkinder durch den Alltag begleitet. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, sehr auf den Verkehr und mein Rundherum geachtet zu haben. Das war ja da drauβen in der anderen Welt. Ich war hier in meiner. Hier gab es keine Ampeln und Zebrastreifen.

Jeder Sonnenstrahl trug zusätzlich zu einer ohnehin schon auf Hochtouren laufenden Hormonproduktion bei. In meinem
Körper spielte also so ziemlich alles verrückt, was verrückt spielen kann. Eine Blutuntersuchung hätte wahrscheinlich Werte ergeben, die man nicht hätte glauben können. Eine nochmalige Blutuntersuchung dann noch verrücktere Werte,
woraufhin die Experten mich sicher zu einem hoffnungslosen Fall erklärt hätten. Das war ich auch: ein hoffnungslos schwer verliebter Fall. (...)"


"Das spanische Wort „esperar“ hat zwei Bedeutungen:„warten“ und „hoffen“.Sehr schön.Denn immer wenn ich schon das Warten aufgeben wollte, hoffte ich noch ein bisschen weiter. (...)"

"Was ist ein “Macho”? „macho“ bedeutet im biologischen Sinn „Männchen“. Das argentinische Männchen ist auch Macho - im volksbekannten Sinn. Nach auβen zumindest. Zu Hause haben nämlich die Mütter (la mama italiana!) die Hosen an. (...)"

"Natürlich war er Musiker. Natürlich spielte er Gitarre. Und natürlich lud er mich zu seiner Bandprobe ein. Wie anders kann es auch sein in einem modernen Märchen? Was seine
Augen noch nicht ganz geschafft hatten, das machte nun seine Musik. 
Was soll ich sagen? Selbst die Götter konnten Orpheus nichtwiderstehen und ich liebe nun mal Gitarrenriffs. (...)""


Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeit:
http://www.yvonnekienesberger.com/ein-jahr-am-ende-der-welt.html 

 
 
A whole story behind this impressing poem from 1969 I would say... Written by Polish poet Czeslaw Milosz (Nobel Prize in Literature in 1980), the only poem he ever wrote in English, dedicated or better addressed to the Indian writer Raja Rao.


TO RAJA RAO 

Raja, I wish I knew 
the cause of that malady.

For years I could not accept 
the place I was in. 
I felt I should be somewhere else.

A city, trees, human voices 
lacked the quality of presence. 
I would live by the hope of moving on.

Somewhere else there was a city of real presence, 
of real trees and voices and friendship and love.


Link, if you wish, my peculiar case 
(on the border of schizophrenia) 
to the messianic hope 
of my civilization.

Ill at ease in the tyranny, ill at ease in the republic, 
in the one I longed for freedom, in the other for the end of corruption. 
Building in my mind a permanent polis 
forever deprived of aimless bustle.

I learned at last to say: this is my home, 
here, before the glowing coal of ocean sunsets, 
on the shore which faces the shores of your Asia, 
in a great republic, moderately corrupt.

Raja, this did not cure me 
of my guilt and shame. 
A shame of failing to be 
what I should have been.

The image of myself 
grows gigantic on the wall 
and against it 
my miserable shadow.


That's how I came to believe 
in Original Sin 
which is nothing but the first 
victory of the ego.

Tormented by my ego, deluded by it 
I give you, as you see, a ready argument.

I hear you saying that liberation is possible 
and that Socratic wisdom 
is identical with your guru's.

No, Raja, I must start from what I am. 
I am those monsters which visit my dreams 
and reveal to me my hidden essence.


If I am sick, there is no proof whatsoever 
that man is a healthy creature.

Greece had to lose, her pure consciousness 
had to make our agony only more acute.

We needed God loving us in our weakness 
and not in the glory of beatitude.

No help, Raja, my part is agony, 
struggle, abjection, self-love, and self-hate, 
prayer for the Kingdom 
and reading Pascal.